Das trügerische Paradies
Spiegel | Apr. 2011
Mit Sonne und Strand verbinde ich immer irgendwie auch Surfen. Durchtrainierte Menschen, die auf ihren Boards die Wellen reiten und, so scheint es, der Naturgewalt Wasser für einen Moment überlegen sind. Wenn man das Leben der Profi-Surfer so anschaut, könnte man meinen, dass diese Jungs und Mädels den Himmel auf Erden leben. Sie verbringen das ganze Jahr an den schönsten Stränden der Welt. Reisen der perfekten Welle und dem schönsten Wetter hinterher und feiern wohle ein Fest nach dem anderen. Dass das glamouröse Leben der Sportler auch Schattenseiten hat, ist den Außenstehenden eher unbekannt. Der mysteriöse Tod des Pro-Surfers Andy Irons ist Anlass für einen ausführlichen Artikel über die Surfer-Szene im Spiegel (Heft 14).
Andy Irons war so etwas wie ein Superstar unter den Surfern. Von den Jungen wurde er verehrt, die Alten schätzten ihn und seine Fans wollten so auf dem Board stehen können wie er. Alles schien normal zu sein. Andy Irons hatte mit 32 sportlich, wie privat wohl alles erreicht was er wollte. Er war mehrfacher Weltmeister, liebender Ehemann und werdender Vater. Sein plötzlicher Tod im November 2010 wirft so manche Frage auf. Angeblich haben viele Profi-Surfer Probleme mit dem Konkurrenzdruck und nicht nur damit. Das ständige Reisen, das ständige getrennt sein von der Familie und der ständige Druck, immer die gewagtesten Stunts bzw. die größten Wellen zu reiten zu müssen, wirkt sich auf Dauer negativ auf die Psyche und das Wohlbefinden der Sportler aus.
Wenn man die Fotos von Wettbewerben sieht, sieht alles so friedlich und harmonisch aus. Ich denke, dass die Menschen durch den Artikel im Spiegel auch einmal einen Blick hinter die Kulissen wagen werden. Wer weiß, vielleicht hilft das auch den Sportlern, mit dem ganzen Druck fertig zu werden.


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